Epithelgewebe


Epithelgewebe
Epithelgewebe, Deckgewebe, tierisches Gewebe aus geschlossenen, meist einschichtigen, bei Wirbeltieren auch mehrschichtigen Zellverbänden, deren Zellen ohne Interzellularsubstanz durch Kontaktzonen miteinander verbunden sind; kleidet Körperhohlräume aus und bedeckt Körperoberflächen. Die Epithelzellen sitzen einer Kollagen und Glykoproteine enthaltenden Basallamina auf. Man unterscheidet die E. nach der Form der einzelnen Zellen: Plattene. sind stark abgeflacht, kleiden Leibeshöhle, Lungenbläschen, Blut- und Lymphgefäße aus; Pflastere. haben würfelförmige Zellen (z.B. Epidermis der Wirbellosen), Zylindere. lang gestreckte quaderförmige Zellen (z.B. E. des Verdauungstrakts und der Gebärmutter). Eine weitere Einteilung der E. richtet sich nach der Anordnung der Epithelzellen: einschichtige E. (z.B. Darme.), mehrschichtige E. (z.B. Epidermis der Wirbeltiere); mehrstufige E. (z.B. E. der Atemwege) sind einschichtig, bei ihnen erreichen jedoch nicht alle Zellen die Oberfläche; Übergangse. (z.B. Harnblase) sind mehrschichtig und sehr dehnungsfähig. Die E. oberfläche kann verschieden gestaltet sein: Sie kann wie bei vielen Wirbellosen mit einer Cuticula bedeckt sein oder aber mit Wimpern (Flimmere.), Bürstensäumen (Mikrovilli) oder Stäbchen. Als Mesothel oder Coelothel kleidet E. die sekundäre Leibeshöhle aus, als Endo-
thel die Blutgefäße. Neben ihrer Schutzfunktion dienen die E. auch der Sekretion, z.B. in den Drüsengeweben, der Resorption, z.B. im Darm oder der Reizaufnahme, z.B. in den Sinnese. Schleimhäute der Wirbeltiere sind unverhornt, haben die Fähigkeit zur Resorption und/oder Sekretion und werden durch Schleimdrüsen feucht gehalten.

Deutsch wörterbuch der biologie. 2013.

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