Erregungsleitung
Erregungsleitung, Fortleitung eines Aktionspotentials entlang einer Nerven- oder Muskelfaser, bei manchen Pflanzen (z.B. Mimose, Venusfliegenfalle) über die Zelle und weiter auf benachbarte Zellen. Zwischen dem erregten und dem daneben liegenden unerregten Membranbereich fließen Ausgleichsströme. Diese depolarisieren das Membranpotential an den dem Aktionspotential benachbarten Stellen. Hat die Depolarisation den Schwellenwert erreicht, so kommt es an dieser Stelle zu einer Öffnung der Na+-Kanäle und zu einem Einstrom von Na+-Ionen ins Zellinnere, kurz darauf zur Öffnung der K+-Kanäle und dem Ausstrom von K+-Ionen – ein neues Aktionspotential entsteht. Da sich dieser Vorgang entlang der Nerven- oder Muskelfaser ständig wiederholt, wird das Aktionspotential weiter geleitet. Diese Fortleitung geschieht in einer Richtung, da sich der kurz zuvor erregte Bereich noch in der Refraktärphase befindet und somit vorübergehend unerregbar ist. Die Nervenimpulse werden dekrementfrei, das heißt ohne Abschwächung ihrer Amplitude, weitergeleitet; die Höhe des Aktionspotentials bleibt erhalten.
    Die Leitungsgeschwindigkeit ist in dicken Axonen, deren elektrischer Längswiderstand geringer ist, größer als in dünnen. In marklosen (unmyelisierten) Fasern der Wirbellosen und Wirbeltiere kann die Fort-
leitungsgeschwindigkeit mehrere m/s erreichen. Wesentlich schneller, über 100 m/s leiten die markhaltigen Nervenfasern mit Myelinscheide der Wirbeltiere: saltatorische E. An Synapsen wird die Erregung von Nervenzellen auf andere Nervenzellen oder auf Muskelzellen übertragen.

Deutsch wörterbuch der biologie. 2013.

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