Gallen
Gallen, Gallbildungen, Cecidien, lokale Verformungen von Pflanzenorganen oder -geweben, die durch die Einwirkungen von pflanzlichen (v.a. Bakterien und Pilze, z.B. Plasmodiophora brassicae, der Erreger der Kohlhernie) oder tierischen Organismen (z.B. Fadenwürmer; Coccinea, Schildläuse; Eriophyidae, Gallmilben; Cynipidae, Gallwespen; Cecidomyiidae, Gallmücken) hervorgerufen werden. G. werden zur Ernährung, oft auch als Schutz für die Nachkommen erzeugt. Die G.erzeuger sind häufig auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert. Organoide G. sind zwar veränderte, aber noch erkennbare Grundorgane der Wirtspflanzen. Hierzu gehören z.B. die auf Birken, Kirschbäumen und Hainbuchen anzutreffenden Hexenbesen (Verursacher: Rostpilze und Schlauchpilze), die aus zahlreichen, sehr dicht gedrängten schwachen Zweigen bestehen, sowie die Rosenäpfel (Verursacher: Rosengallwespe), die aus zahlreichen missgebildeten, miteinander verklumpten Blättern bestehen. Histoide G. sind Wucherungen an Geweben der Grundorgane, z.B. Beutelg. auf Blättern der Rotbuche, Markg. als Wucherungen des Markgewebes. G. stellen also Formen von Zellen, Geweben, Organen dar, für die die Pflanzen genetisch ausgestattet sind, die aber normalerweise nicht realisiert werden. Zur G.bildung kommt es durch erregerspezifi-
sche Stoffe der gallenerzeugenden Organismen. Phytohormone spielen wohl eine wichtige Rolle, bekannt ist die Beteiligung von Cytokininen, Gibberellinen und Auxinen (v.a. Indolessigsäure).

Deutsch wörterbuch der biologie. 2013.

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