Geschlechtsdimorphismus


Geschlechtsdimorphismus
Geschlechtsdimorphismus, Sexualdimorphismus, morphologische und physiologische Unterschiede zwischen den m und f Individuen einer Art. Primärer G. zeigt sich bei getrenntgeschlechtigen Tieren durch unterschiedliche Ausprägung der Keimdrüsen und ihrer Ausführgänge, der Begattungsorgane, der Keimzellen in Größe und Beweglichkeit. Es handelt sich um primäre Geschlechtsmerkmale, die unmittelbar der Befruchtung dienen. Sekundärer G. betrifft Organe und Eigenschaften, die nicht oder nicht unmittelbar mit der Fortpflanzung zusammenhängen. Diese sekundären Geschlechtsmerkmale stehen oft im Dienst der Partnersuche (z.B. Prachtkleider, Lockrufe) oder des Imponiergehabes (z.B. Geweih, Hörner). Die m haben als die geschlechtlich aktiv suchenden oftmals leistungsfähigere Sinnesorgane (z.B. größere Komplexaugen bei vielen Insekten), eine größere Beweglichkeit (z.B. beim Frostspanner und bei den Leuchtkäfern) und Hilfsorgane der Begattung, v.a. zum Festhalten der f (z.B. Saugnäpfe an den Vorderbeinen bei vielen Schwimmkäfern, Daumenschwielen bei Kröten und Fröschen). Bei den f stehen die sekundären Geschlechtsmerkmale häufig im Dienst der Brutpflege (z.B. Milchdrüsen, Beutel der Beuteltiere). Während bei den Säugetieren, bei Hühnervögeln, Straußen, südeuropäischen Eidechsen, Agamen und Leguanen
die Körpergröße der m stärker ausgeprägt ist, sind bei Weichtieren, Spinnentieren, Insekten, Fischen, Lurchen, Schildkröten, Schlangen sowie vielen Vögeln die f größer. Extremer G. zeigt sich bei den gegenüber den f der Art viel kleineren Zwergmännchen, die an den f parasitieren, z.B. die mund- und afterlosen m des Sternwurms (Bonellia viridis) und die am f festgewachsenen und von ihm miternährten m des Anglerfischs Endriolychnus schmidti.

Deutsch wörterbuch der biologie. 2013.

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