Haare
Haare, 1) aus unverzweigten Hornfäden bestehende, dem Schutz vor Umwelteinflüssen dienende Sonderstruktur der Säugerepidermis; nicht homolog zu den Reptilienschuppen und Vogelfedern. Die in den H.balg eingelassene H.wurzel befindet sich in der Unterhaut. Dort entspringt der über die Epidermis hinausragende H. schaft, dessen freies Ende in Epidermicula, Rinde und Mark gegliedert ist. H. sind keine Dauerstrukturen, sondern werden ständig (z.B. Mensch) oder in jahreszeitlichem Rhythmus (z.B. Hermelin) gewechselt. Fast alle H. enthalten das Pigment Melanin oder verwandte Farbstoffe. Die Haare werden weiß, wenn sich die Hohlräume im Mark bei fehlender Pigmentproduktion mit Luft gefüllt haben. Eingefettet werden sie durch in den H. mündende Talgdrüsen. Am H.balg setzen Muskeln an, die ein Aufrichten der H. ermöglichen. Besonders kräftig entwickelte H. nennt man Borsten (z.B. Wildschwein). Tasth. (Sinush.) stehen mit Dendriten von Tastrezeptoren in Verbindung. Als Schnurrh. befinden sie sich im Gesicht vieler Säuger (z.B. Katze, Mäuse, Bilche). Stacheln (z.B. Igel, Tenrec, Erdstachelschwein) dienen der Feindabwehr. Die dicht behaarte Säugerepi-
dermis wird als Fell bezeichnet. 2) Insektenh. sind Bildungen der Cuticula und sehr vielgestaltig, z.B. die den Pelz der Bienen und Hummeln sowie die Schuppen der Schmetterlinge bildenden H. 3) Pflanzenh. Trichome.

Deutsch wörterbuch der biologie. 2013.

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