Menschenrassen
Menschenrassen, Menschenpopulationen, die auf der Stufe des Homo sapiens im Verlauf der letzten 50000–100000 Jahren entstanden, als Anpassungen an unterschiedliche Selektionsbedingungen aufzufassen sind und sich in ihrem Genbestand und in phänotypischen Merkmalen voneinander unterscheiden. Es gibt kein allgemein anerkanntes System der M. Über die Abgrenzung von Großrassen, die aufgrund der Häufigkeit phänotypischer Merkmale und der ursprünglichen Verbreitungsgebiete vorgenommen wurde, besteht jedoch weitgehend Einigkeit. Innerhalb der Negriden (Afrika) gibt es sehr viele unterschiedliche Merkmale; die Abgrenzung dieser Großgruppe ist daher ziemlich unsicher. Kennzeichnend sind z.B. sehr schwache Körperbehaarung und sehr starke Pigmentierung. Die Australiden sind eine Population, die von nach Asien ausgewanderten Negriden abstammt. Die Europiden entstanden in Westasien und Europa. Morphologische Merkmale sind z.B. ein starkes Gesichtsrelief und schwache Pigmentierung. Die Mongoliden Ostasiens zeichnen sich z.B. durch Nasenlidfalte und schwarzes, dickes, glattes Haar aus. Sie besiedelten vor ca. 30000 Jahren Amerika, indem sie über die Behringstraße einwanderten. Die Merkmalsunterschiede zwischen den Rassen sind bedeutungslos für das Leben als Mensch. Sie wandeln
sich ständig, v.a. seit sich die Rassen immer mehr durchmischen.

Deutsch wörterbuch der biologie. 2013.

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  • Großrasse — Eine Rassentheorie (auch Rassenkunde oder Rassenlehre) ist eine Theorie, die die Menschheit in verschiedene „Rassen“ einteilt. Sie fasst diese essentiell oder substantiell als natur oder gottgegebene Einheiten beziehungsweise biologische… …   Deutsch Wikipedia

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