Menstruationszyklus
Menstruationszyklus, nur bei den geschlechtsreifen f des Menschen und einiger anderer Primaten vorkommender, von den Gonadotropinen gesteuerter, sich über 28 Tage erstreckender und mit einer sog. Regelblutung von 4–5 Tagen beginnender Zyklus; kennzeichnend sind Änderungen im Spiegel verschiedener Sexualhormone und dadurch ausgelöste Veränderungen, insbesondere Auf- und Abbau der Uterusschleimhaut (Endometrium). In der ersten, der follikulären Phase kommt es unter dem Einfluss von follikelstimulierendem Hormon (FSH), luteinisierendem Hormon (LH) und Östrogenen zur Follikelreifung im Ovar. Die Uterusschleimhaut wird durch den hohen Östrogenspiegel zum Wachstum angeregt (Proliferationsphase). In positiver Rückkoppelung steigert Östrogen über den Hypothalamus die Ausschüttung von FSH und LH. Der hohe LH-Spiegel stimuliert die Ovulation, die etwa in der Zyklusmitte erfolgt. In der folgenden Lutealphase wandelt sich unter dem Einfluss von LH der Follikel in den Gelbkörper (Corpus luteum) um. Dabei wächst das Follikelepithel in den zuvor von der Eizelle eingenommenen Hohlraum hinein, lagert einen gelben Farbstoff ein und produziert Östrogen, insbesondere jedoch Progesteron, das die Uterusschleimhaut zur Sekretion anregt (Sekretionsphase) und sie auf die Einnistung des Eies vorberei-
tet. Der Prolactinspiegel verläuft etwa parallel zum Progesteronspiegel. In negativer Rückkoppelung bewirken die hohen Östrogen- und Progesteronspiegel, dass im Hypothalamus weniger Gonadotropin-Releasing-Hormone (GnRH) ausgeschüttet werden und damit die starke Gonadotropinsekretion wieder sinkt. Ohne Befruchtung degeneriert der Gelbkörper nach etwa zwei Wochen. Unter dem Einfluss des abfallenden Progesteronspiegels beginnt mit der Menstruationsblutung die Abstoßung der Uterusschleimhaut.

Deutsch wörterbuch der biologie. 2013.

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