Assimilattransport
Assimilattransport, Transport der in der Photosynthese hergestellten Assimilate von ihrem Produktionsort (v.a. den Zellen der Laubblätter) zu den Orten ihrer Speicherung bzw. ihres Verbrauchs (z.B. Wurzeln, Früchte, Samen, Vegetationspunkte) bei Cormophyten. Man unterscheidet Nahtransport und Ferntransport. Der Nahtransport erfolgt über die durch Plasmodesmen verbundenen Symplasten benachbarter Zellen zum Phloem, in das die Assimilate durch aktiven Transport gelangen. Am Verbrauchsort bzw. Speicherort werden die Assimilate durch aktiven Transport aus dem Phloem geschleust; über die Symplasten gelangen sie zu den Zielzellen. Der Ferntransport erfolgt in den Siebröhren des Phloems als Assimilatstrom, der die Assimilate in der Pflanze verteilt. Er verläuft bevorzugt von oben nach unten und damit entgegen dem Transpirationsstrom. Der Siebröhrensaft enthält in erster Linie Kohlenhydrate, v.a. Saccharose, daneben u.a. Aminosäuren, Nucleotide, sekundäre Pflanzenstoffe. Die Geschwindigkeit des Assimilatstroms beträgt mehrere cm bis mehrere m (meist 50–100 cm) pro Stunde. In den Siebröhren herrscht am Aufnahmeort der Assimilate ein hoher osmotischer Druck, an Orten, wo die Assimilate aus den Siebröhren herausgepumpt werden, ein niedriger osmotischer Druck. Eine verbreitete Vorstellung zum
Mechanismus des A. geht davon aus, dass diese osmotische Potentialdifferenz den A. in den Siebröhren antreibt (Druckstrom-Hypothese).

Deutsch wörterbuch der biologie. 2013.

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