Reservestoffe


Reservestoffe
Reservestoffe, Speicherstoffe, aus Assimilaten gebildete Stoffe, die in Pflanzenzellen als Reservekohlenhydrate, Reserveproteine und Reservelipide abgelagert werden und von der Pflanze bei Bedarf für ihren Bau- und Energiestoffwechsel mobilisiert werden können. Reservekohlenhydrate sind die wichtigsten R. Sie liegen meist als Polysaccharide vor, insbesondere als Stärke. Diese wird meist in Plastiden gebildet, etwa in den Amyloplasten von Speicherorganen (z.B. Knollen, Rhizome). Getreidekörner enthalten bis zu 70% Stärke, die in Form von Stärkekörnern in den Zellen des Endosperms abgelagert wird. Die unterschiedliche Gestalt und Art der Schichtung von Stärkekörnern kann zur Artdiagnose verwendet werden. Reservestärke ist in großer Menge in vielen Grundnahrungsmitteln der Menschen enthalten (z.B. Brot, Kartoffeln, Reis, Hirse, Mais). Andere Reservekohlenhydrate sind z.B. das Disaccharid Saccharose (Zuckerrüben, Zuckerrohr), die Polysaccharide Glykogen (Pilze, Bakterien, Cyanobacteria), die bei Algen vorkommenden Laminarin, Chrysolaminarin, Paramylon, das u.a. bei Asteraceen (Korbblütlern) vorkommende Inulin, die zum Wundverschluss dienende Callose. Reserveproteine werden v.a. in Samen gespeichert. Ihre Einteilung erfolgt i.A. nach ihren Löslichkeitseigenschaften. Man unterscheidet die in Salz-
lösungen löslichen Globuline, die in 68–80%igem Alkohol löslichen Prolamine und die in unverdünnten Säuren oder Basen löslichen Gluteline (»Kleber-Eiweiß« in Getreidekörnern). Die Reserveproteine liegen meist als Aleuronkörner im Endosperm, in den Cotyledonen oder in der nach ihnen benannten Aleuronschicht. Auch in überdauernden, vegetativen Pflanzenteilen, z.B. im Herbst im Rindengewebe von Holzpflanzen, können Reserveproteine abgelagert werden. Reserveproteine werden am ER gebildet und zu den Dictyosomen transportiert, von wo aus sie als Proteinvacuolen abgegeben werden, die sich dann in Proteinkörper verwandeln (Endosperm, Cotyledonen). Reservelipide: Auch sie finden sich häufig als Öle v.a. im Samen (im Endosperm, in den Cotyledonen); ferner in manchen Algen. Bei der Samenkeimung werden sie z.T. veratmet, der Rest wird in Kohlenhydrate umgewandelt.

Deutsch wörterbuch der biologie. 2013.

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