Undulipodien


Undulipodien
Undulipodien, Bewegungsorganelle vieler Eucyten (z.B. viele Protisten, tierische und viele pflanzliche Spermazellen, viele Schleimhautzellen). Lange Fortsätze der Zelloberfläche; man unterscheidet die kürzeren (5–15 μm) Cilien (Wimpern), die z.B. bei Ciliaten vorkommen, von den längeren (50–100 μm) und meist nur in geringer Anzahl vorkommenden Geißeln (Flagellen; dieser Ausdruck wird allerdings häufig nur auf die anders gebauten Bakteriengeißeln angewendet). Wichtigste Bauelemente sind Mikrotubuli. Im Inneren eines U. (Ø 200 μm) liegen peripher neun Mikrotubuluspaare, im Zentrum zwei getrennt liegende, von einer Zentralscheide umgebene Mikrotubuli. Der dem Zentrum näherstehende A-Tubulus jedes Partners besteht aus 13, der B-Tubulus aus 10 Protofilamenten. Die zwei Arme, die vom A-Tubulus in Richtung zum B-Tubulus des benachbarten Dupletts ausgehen, werden von dem ATP-spaltenden Protein Dynein gebildet. Die peripheren Tubuli entspringen basal einem aus Centriolen hervorgehenden Basalkörper (Kinetosom), die Zentraltubuli enden oft an einer Basalplatte. Neun Radialspeichen, die von der Zentralscheide ausgehen, verbinden die Zentraltubuli mit jeweils den A-Tubuli. Über Tangentialstrukturen aus dem Strukturprotein Nexin sind die Dupletts locker miteinander verbunden. Die Bewegung der U. ist un-
terschiedlich. So können Geißelbewegungen eine Einzelzelle ziehen oder schieben oder in Rotationsbewegung versetzen; die Wimpembewegung (Flimmerbewegung), die einen Flüssigkeitsstrom entlang der Zelloberfläche erzeugt, besteht aus Vorschlag und Rückschwingung. Allen diesen Flimmerbewegungen liegen jedoch sehr ähnliche molekulare Vorgänge zugrunde: Entsprechend dem Gleitfasermodell zieht das Dynein, analog dem Myosin, unter ATP-Spaltung die elastischen peripheren Tubulin-Paare, die dem Actin analog sind, aneinander vorbei.

Deutsch wörterbuch der biologie. 2013.

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