Blattstellung
Blattstellung, Zahl und Anordnung der Laubblätter an einem Knoten bei den Cormophyten. In Blattstellungsdiagrammen werden die aufeinander folgenden Nodi als konzentrische Kreise dargestellt, mit dem ältesten Nodus als äußersten Kreis und dem Sprossvegetationspunkt im Zentrum.
    Wirtelige B.: Am Sprossvegetationspunkt werden jeweils mindestens zwei Blattprimordien gebildet, sodass sich an jedem Knoten zwei oder mehr Blätter befinden. Zweiblättrige Wirtel kommen am häufigsten vor, z.B. Ahorn, Flieder, Esche, Nelkengewächse, Lippenblütler. Drei Blätter pro Knoten haben z.B. Oleander und Wacholder, viele kleine Schachtelhalme sowie der Tannenwedel Hippuris vulgaris. Die wirtelige Blattstellung folgt zwei Grundregeln. Äquidistanzregel: An einem Nodus sind die Winkel zwischen den Blattansatzstellen stets gleich. Alternanzregel: Die Blätter, die an den Knoten übereinander stehen, stehen »auf Lücke«, also zwischen den Blättern des vorhergehenden oder nachfolgenden Knotens. So kommt es entlang der Achse zu Orthostichen, d.h. zu doppelt so vielen Längsreihen von Blättern, wie Blätter an jedem Knoten vorhanden sind. Bei Wirteln mit zwei Blättern entsteht so die kreuzgegenständige oder decussierte Blattstellung, bei der die Blätter in vier Orthostichen stehen (z.B. Lippenblütler).
Distiche (zweizeilige) B.: An jedem Knoten steht nur ein Blatt, an aufeinander folgenden Knoten stehen die Blätter abwechselnd rechts oder links mit einem Divergenzwinkel von 180° zwischen ihnen; es kommt also zu zwei Orthostichen (bei vielen Monocotylen, z.B. Gräser).
    Disperse (schraubige) B.: An jedem Knoten steht nur ein Blatt, die Divergenzwinkel zwischen den Blattansatzstellen aufeinander folgender Knoten betragen jedoch weniger als 180°, sodass eine Schraubenlinie entsteht; es gibt keine Orthostichen (z.B. Birke, Wegerich).

Deutsch wörterbuch der biologie. 2013.

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