Blutcapillaren
Blutcapillaren, bei Tieren mit geschlossenem Blutgefäßsystem Arterien und Venen verbindende, nur wenige um dicke, die Zellen als dichtes Netzwerk umgebende, dem Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe dienende Blutgefäße. Bei Wirbeltieren besteht die Wand der B. nur aus einer Lage dünner Endothelzellen und deren Basallamina. Von den zwei B.netzen der Wirbeltiere liegt eines in den Atmungsorganen, wo es dem Gasaustausch dient, das andere besorgt die Ernährung der Gewebe und nimmt Abbauprodukte auf. Da der Gesamtquerschnitt aller aus einer Arterie hervorgehenden B. wesentlich größer ist als der Arterienquerschnitt, steht in den B. für den Stoffaustausch eine sehr große Oberfläche zur Verfügung; z.B. beträgt die B.oberfläche allein in der Muskulatur des Menschen ca. 2000 m2. Entsprechend gering ist die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes in den B.; das begünstigt den Stoffaustausch, die Abgabe von Sauerstoff und Nährstoffen sowie die Aufnahme von CO2 und Abbauprodukten. Nur kleine Moleküle und Ionen können durch die B.wand passieren, für große Moleküle und Zellen (Ausnahme: amöboide Leukocyten) ist sie jedoch unpassierbar. Die Proteine erzeugen im Innern der B. einen osmotischen Druck, der am arteriellen Ende der B. vom Blutdruck übertroffen wird, sodass hier Wasser und gelöste Stoffe
aus der B. ausgepresst und als Lymphe an die Gewebe abgegeben werden. Am venösen Ende ist der Blutdruck geringer als der osmotische Druck, deshalb werden hier Wasser und darin gelöste Abbaustoffe aus dem Gewebe aufgenommen. Insgesamt wird etwas mehr Flüssigkeit ausgepresst als einströmt.

Deutsch wörterbuch der biologie. 2013.

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